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Fortbildungsveranstaltung für Rechtspfleger und Nachlasspfleger

 

Am 20.03.2015 fand in Hamburg der 8. Deutsche Nachlasspflegschaftstag statt. Die jährlich durchgeführte Fortbildungsveranstaltung, die von der Hoerner Bank AG organisiert und von den Vereinen DVEV, BDR, VdR und BDN unterstützt wird, richtet sich vorwiegend an Nachlasspfleger und im Bereich Nachlass tätige Rechtspfleger.

 

In den Vorträgen wurden neben aktuellen Themen des Nachlassrechts auch Einzelfragen aus dem Tätigkeitsbereich der Nachlasspfleger näher betrachtet. So referierte Frau Eva Friedrich (Dipl.-Rechtspflegerin FH) zur neuen europäischen Nachlassverordnung und den damit verbundenen Änderungen für das Nachlassgericht. Sie ging dabei insbesondere auf die gesetzlichen Grundlagen der EU-Erbrechtsverordnung und auf die Bestimmungen zum Europäischen Nachlasszeugnis ein.

 

Dipl.-Rechtspfleger (FH) Horst Bestelmeyer stellte in seinem Vortrag die neuesten Entscheidungen der Obergerichte im Bereich des Nachlassrechts vor. Dabei ging er in seinen Ausführungen besonders auf die Entscheidung des OLG Hamm (Beschluss vom 24.07.2014, Rpfleger 2015, 15) ein und äußerte sich kritisch über die darin vertretene Rechtsauffassung.

 

Die kurze Darstellung der Tätigkeiten des Hauses Sotheby´s durch Frau Dr. Katharina Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein war für Nachlasspfleger und Rechtspfleger an Nachlassgerichten für den Bereich der Nachlasssicherung und Nachlassbewertung sehr interessant. Ebenfalls fand der kurzweilige Vortrag von Dr. Adalbert Lewandowski zur Erbenermittlung in Polen großen Zuspruch.

 

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag zum Thema „Die Freundin im Nachlass“ von Rechtsanwalt Ralf Hamberger. Dieser hatte bereits zum 7. Deutschen Nachlasspflegschaftstag mit seinem Vortrag „Der Baum im Nachlass“ die Teilnehmer der Veranstaltung begeistert. Auch die Ausführungen zum Thema der diesjährigen Veranstaltung trafen auf ein großes Interesse und regten zur Diskussion an.

 

Im weiteren Verlauf der Tagung ging Herr Prof. Dr. Ludwig Kroiß in seinem Vortrag auf das Verhältnis von Testamentsvollstreckung und Nachlasspflegschaft sowie deren Unterschiede und Abgrenzung ein.

Dipl.-Rechtspfleger (FH) Peter Riesenberg leitete mit seinem Vortrag „Der Übergang von der Betreuung zur Nachlasspflegschaft“ eine kontroversere Diskussion ein, da eine Vielzahl der anwesenden Nachlasspfleger auch als Betreuer tätig sind oder waren.

 

Insgesamt bot die Veranstaltung zwischen den einzelnen Vorträgen viel Raum für Gespräche, zur Kontaktaufnahme und zum Erfahrungsaustausch, die in der abschließenden Abendveranstaltung fortgesetzt werden konnten.

Zusammenfassend war der 8. Deutsche Nachlasspflegschaftstag eine gelungene und sehr informative Fortbildungsveranstaltung sowohl für Nachlasspfleger als auch für im Nachlass tätige Rechtspfleger.

 

 

Diana Großmann

Dipl.-Rechtspflegerin (FH)