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Tagung an der evangelischen Akademie in Bad Boll 2013

 

Es ist eine langjährige Tradition: Die evangelische Akademie in Bad Boll (dies liegt an der Schwäbischen Alb, nahe Göppingen) veranstaltet in Kooperation mit dem Bund Deutscher Rechtspfleger einmal im Jahr eine Tagung zu aktuellen gesellschaftlichen Themen mit Bezug zur beruflichen Praxis des Rechtspflegers, die sowohl Rechtspfleger aber auch alle Interessierten anspricht.

 

Die diesjährige Veranstaltung fand vom 20. bis 22. November zu dem Thema „Justiz und Demografie“ statt. Dazu waren eine Vielzahl von Referentinnen und Referenten sowie Mitwirkende eingeladen. Aus Sachsen-Anhalt nahmen Mario Blödtner (auch als Vertreter der Bundesleitung), Ralf Wilzer und Matthias Urich teil.

 

Der Begriff „Demografischer Wandel“ begegnet uns in den Medien heute nahezu täglich und verfolgt uns, wie ein Schreckgespenst. Wir wissen noch nicht genau, welche Veränderungen mit dem Demografischen Wandel verbunden sind. Genau das lässt wohl bei uns ein ungutes Gefühl aufkommen, da ein Wandel nicht abschätzbare, und wohl irgendwie negative Veränderungen mit sich bringt und irgendwie unbequem ist. Das, was wir aber wissen, ist die Tatsache, dass die Menschen in Deutschland immer älter werden. Eine besondere und völlig neue Entwicklung ist, dass die Menschen nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben, ein selbstbestimmtes Leben führen, welches finanziell durch angespartes Vermögen abgesichert wird.

 

Die Tagungsteilnehmer wollten herausfinden, welche Veränderungen die gegenwärtige Bevölkerungsentwicklung, insbesondere für die öffentlichen Haushalte und die Aufgaben der Rechtspflege mit sich bringen.

 

Zunächst wurden sozialethische Aspekte des „Demografischen Wandels“ beleuchtet und Begriffe wie Generationen, Lebensphasen und Generationenvertrag erläutert.

 

In dem Vortrag von Prof. Dr. Matthias Möhring-Hesse (Katholische Fakultät der Universität Tübingen) wurde den etwa 70 Teilnehmern die Angst vor dem „Demografischen Wandel“ genommen. Diese Entwicklung findet bereits erlebbar statt und es existieren persönliche Strategien, damit umzugehen. Es wurden Ansätze besprochen, wie die Gruppe der arbeitenden und wert schaffenden Bevölkerung erhöht werden könne. Hier bieten beispielsweise die Migration und vor allem die Aktivierung der Frauen für das Erwerbsleben eine große Rolle. Die Beteiligten waren sich darüber einig, dass es eben nicht reiche, das Renteneintrittsalter immer weiter anzuheben, vielmehr müsse dem verlängerten Arbeitsprozess in einzelnen Zeitabschnitten die Möglichkeit einer „Entschleunigung“ und Flexibilisierung gegeben werden. Darüber hinaus sind die Arbeitsplätze für Frauen und Männer familienfreundlicher zu gestalten. Weiterhin ist das Gesundheitsmanagement zu verbessern.

 

Die einzelnen Arbeitskreise befassten sich mit der notwendigen Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes unter geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, sowie den Änderungen im Nachlass- und Betreuungsrecht.

 

Abschließend konnten in einer Podiumsdiskussion Vertreter von Politik und Verbänden ihre Positionen zu dem Thema „Herausforderung Demografischer Wandel“ vertreten. Teilnehmer waren Wolfgang Lämmer (Vorsitzender des Bund Deutscher Rechtspfleger), Hans-Ulrich Benra (stellv. Bundesvorsitzender des dbb), Bettina Limperg (stellv. Justizministerin Baden-Württemberg), Sascha Binder und Jürgen Filius (rechtspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion bzw. Die GRÜNEN Baden-Württemberg).

 

Den Tagungsleitern der Akademie gebührt großes Lob für die hervorragende Organisation. Es waren drei sehr intensive Tage, an denen ein straffes, aber stets interessantes Programm auf die Teilnehmer wartete. Aber auch am Rande der Tagung boten sich viele Möglichkeiten des Gedankenaustausches mit Kollegen aus anderen Bundesländern.

 

(geschrieben von Matthias Urich)

 

 

 

6. Gewerkschaftstag der Landesfrauenvertretung des dbb Sachsen-Anhalt

Am 14. Oktober 2013 fand im Hotel RATSWAAGE Magdeburg der 6. Gewerkschaftstag der Landesfrauenvertretung des dbb Sachsen-Anhalt statt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Frauen und Karriere“.

Der Bund Deutscher Rechtspfleger wurde durch die Delegierte Sandra Voß, Rechtspflegerin beim Insolvenzgericht des Amtsgerichts Magdeburg, vertreten.

In einem sehr angenehmen Rahmen wurde in der geschlossenen Sitzung der bisherigen Geschäftsführung der dbb Frauenvertretung Entlastung erteilt und im Anschluss die neue Geschäftsführung gewählt.

Zur 1. Vorsitzenden wurde Frau Manuela Ahl, Gewerkschaft der Lokführer (GDL) und zur 1. und 2. Stellvertreterin Frau Anja Ackermann, Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG), und Frau Kathrin Salzmann, Deutsche Steuergewerkschaft (DSTG), gewählt.

Weiterhin wurde über neue Richtlinien der dbb Frauenvertretung abgestimmt, die sich an den bisherigen Richtlinien und der Satzung der Bundesfrauenvertretung des dbb orientieren.

Darüber hinaus wurden von verschiedenen Gewerkschaften Anträge zur Diskussion und Abstimmung gestellt, die sich im Besonderen mit dem Motto des Gewerkschaftstages befassten.

So stand die Umsetzung der Strategie des Gender Mainstreaming im dbb Beamtenbund und Tarifunion Sachsen-Anhalt, der Abbau von traditionellen Rollenbildern und die Schaffung einer tatsächlichen Entgeltgleichheit im Fokus des geschäftsführenden Vorstandes der Frauenvertretung.

Durch die Deutsche Steuergewerkschaft Sachsen-Anhalt wurde sich für den Abbau von Einkommensunterschieden und für den Grundsatz „gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit- unabhängig vom Geschlecht“ eingesetzt.

Der Verband Bildung und Erziehung warb für die frühzeitige Förderung von Mädchen und Jungen, insbesondere die Unterstützung von Mädchen zur Vorbereitung auf die Berufswahl für technisch- naturwissenschaftliche Berufe, sowie kostenfreie Bildungszugänge. Außerdem war die Schaffung eines Gleichgewichts der Geschlechter im pädagogischen Personal des öffentlichen Dienstes ein wichtiges Anliegen dieses Verbandes.

Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Ausschluss von Wettbewerb über Lohnkosten und Arbeitszeitbedingungen wurden durch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer vertreten.

Weiterhin stand die Beratung und Beschlussfassung der Grundsatzentschließung auf der Tagesordnung. Zu dem Leitsatz „Frauen sollten…gleich abschneiden, besonders in Chefetagen.“ fordert die dbb Frauenvertretung zum Beispiel die Einbindung in das Konzept „Karrierewege von Frauen als Teil eines erfolgreichen Gender Managements in der Landesverwaltung“.

Sämtliche Anträge der Fachgewerkschaften und des Vorstandes wurden durch die Delegierten angenommen und der Landesfrauenvertretung des dbb Sachsen-Anhalt somit der Auftrag erteilt, sich für die Umsetzung dieser Forderungen stark zu machen und diese in Politik und Gesellschaft einzubringen.

Nach einem gemütlichen Mittagessen wurde die öffentliche Veranstaltung eröffnet und die Grußworte der Ministerin für Justiz und Gleichstellung, Frau Prof. Dr. Angela Kolb, entgegengenommen.

Frau Prof. Dr. Kolb stellte unter Anderen das „Landesprogramm für ein geschlechtergerechtes Sachsen-Anhalt“ vor und lobte die Fortschritte im Bezug auf die Schaffung von flexiblen Arbeitszeiten in der Justiz.

Als weitere Gäste konnten Vertreterinnen der Fraktionen von CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE begrüßt werden.

Allen Redebeiträgen waren die Notwendigkeit von weiteren Maßnahmen zur Förderung von Frauen in den jeweiligen Berufsgruppen und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gemein.

Ganz besonders ist der Redebeitrag der Bundesvorsitzenden der dbb Frauenvertretung, Frau Helene Wildfeuer, hervorzuheben. Der von ihr geprägte Satz. „Frauen müssen auch Karriere machen wollen“ brachte die Kernproblematik vieler Diskussionen auf den Punkt. Die bisher gemachten Fortschritte sind kein Grund sich auf die Schulter zu klopfen und zurückzulehnen. Das Erreichte ist noch meilenweit von dem entfernt, wo man eigentlich hin will! - Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

 

(geschrieben von Sandra Voß)